Will man im Herbst Oliven ernten und das wertvolle Olivenöl von den eigenen Oliven bekommen, muss man die Augen offen halten, denn allerlei Kleingetier, auch “Schädlinge” genannt, und durch Pilze und Bakterien verursachte Krankheiten können den Olivenbäumen arg zusetzen.
Darum ist Pflanzenschutz auch im biologischen Olivenanbau unerlässlich – allerdings ohne chemische Pflanzenschutzmittel, denn für jeden Schädling und jede Krankheit gibt es ein probates Mittel auf biologischer Basis.
Und im Zweifelsfall gilt für uns: besser auf einen Teil der Ernte verzichten, als die Umwelt mit chemischen Pflanzenschutzmitteln zu belasten.
Der häufigste Schädling in den Olivenhainen ist die Olivenfliege, die in der Frucht ihre Eier ablegt. Um die Einstichstelle herum bildet sich eine kleine faule Stelle, die anfangs kaum zu sehen ist. Wird die Olive in einem frühen Entwicklungsstadium angestochen, verfault sie und fällt vom Baum. Oliven, die später im Jahr angestochen wurden, können zwar noch zur Ölgewinnung geerntet werden, man kann sie aber nicht mehr für den späteren Verzehr einlegen.
Ein biologisches Mittel zur Bekämpfung der Olivenfliege sind Fliegenfallen. Dazu werden seitlich aufgeschnittene Mineralwasserflaschen aus Kunststoff oder spezielle Behälter ein paar Zentimeter hoch mit einer Lösung aus Wasser, Essig und Zucker gefüllt. Der Geruch lockt die weiblichen Olivenfliegen an. Noch wirkungsvoller ist der Einsatz von „Lockstoffen“ (Pheromonen) der männlichen Olivenfliege.
Weitere nicht zu unterschätzende Tierchen sind die Woll-Läuse. Wegen des von den Woll-Läusen gebildeten weißen Wollgespinstes nennt man den Befall hier liebevoll „Baumwolle“.
Leider ist das klebrige Wollgehäuse sehr widerstandsfähig gegen äußere Einwirkungen, was die Bekämpfung der an den Wirtspflanzen saugenden Läuse erschwert. Das hier gängige Mittel besteht überwiegend aus Mineralöl. Ich bevorzuge aber ein biologisches Spritzmittel, das ich aus 1 ltr Wasser, 2 Esslöffeln Olivenöl und einem Spritzer Spülmittel herstelle. Bei einigen alten Bäumen konnte ich im letzten Jahr feststellen, dass sich die im Frühjahr aufgetretene Plage von selbst erledigte und die Bäume trotz des Befalls gute Erträge brachten.
Weit verbreitet ist der Olivenkrebs, der durch ein Bakterium verursacht wird und an Stämmen und Ästen Holzwucherungen wachsen lässt. Eindämmen kann man die Krankheit durch Abschneiden der befallenen Äste und Ausschneiden der Wucherungen an dickeren Ästen und Stämmen.
Gegen Pilzkrankheiten wie dem „Spilocaea oleagina“, der das Blattwerk der immergrünen Olivenbäume schädigt, hilft ein Mittel auf Kupferbasis, das zwar umweltverträglich ist, aber trotzdem nur sparsam eingesetzt werden sollte, damit der Boden von dem Sprühnebel nicht mit Kupfer übersättigt wird.