Olivenöl ist nicht gleich Olivenöl, sondern wird in verschiedene Güteklassen eingeteilt. Leider haben Untersuchungen in der Vergangenheit ergeben, dass das Öl nicht immer das hält, was auf den werbewirksamen Etiketten versprochen wird. Hochwertige Olivenöle haben einen entsprechenden Preis, und der Kauf dieses guten Öls ist natürlich Vertrauenssache.
Das qualitativ beste Olivenöl ist unzweifelhaft das kalt gepresste Olivenöl aus der ersten Pressung.
Die Bezeichnung „kalt gepresst“ ist eigentlich nicht ganz richtig, denn der Verarbeitungsvorgang verlangt eine bestimmte Temperatur, ohne die das Öl nicht aus der Olive herausgetrennt werden kann. Bei den „kalt gepressten“ Ölen sollte eine Temperatur von 27°C aber nicht wesentlich überschritten werden.
Aber auch bei den kalt gepressten Ölen gibt es noch einige Unterschiede, die aber wohl für die meisten Verbraucher kaum spürbar sind. So darf sich ein kaltgepresstes Olivenöl aus erster Pressung nur „Natives Olivenöl extra“ nennen, wenn es laut EU-Verordnung (schließlich ist in unserer heutigen Welt alles genauestens reglementiert) nur einen geringen Teil an freien Fettsäuren enthält. Ein Olivenöl mit einem höheren Gehalt an freien Fettsäuren ist dann ein „Natives Olivenöl“ ohne den Zusatz „extra“. Natürlich müssen diese Öle auch geschmacklich von einwandfreier Qualität sein.
Außer den hochwertigen kalt gepressten Ölen gibt es auch noch Olivenöle, die schlicht und einfach als „Olivenöl“ bezeichnet werden und durch Erhitzen raffiniert werden. Da diese Öle geschmacksneutral sind, werden ihnen geringe Mengen natives Olivenöl zugesetzt, wodurch diese Öle zumindest einen kleinen Hauch des typischen Olivenölgeschmacks zurück erhalten. Diese Olivenöle werden natürlich zu einem weitaus günstigeren Preis angeboten als die hochwertigen kalt gepressten Öle.
Auf der untersten Stufe schließlich steht das Oliventresteröl. Dabei wird aus den Olivenpresskuchen, den Trestern, mit Hilfe von Lösungsmitteln (Hexan) und Hitze der letzte Rest von Öl herausgelöst.
Zum Schluss noch etwas zum Geschmack von Olivenöl. Wie darf oder wie muss ein hochwertiges Olivenöl schmecken? Da gehen die Meinungen teilweise weit auseinander. Die Industrie hat es nämlich leider geschafft, den Verbrauchern zu suggerieren, dass Speiseöl neutral schmeckt bzw schmecken muss. Viele Verbraucher empfinden daher ein gutes Olivenöl „mit Geschmack“ als unangenehm. Wer aber den fruchtigen, sanft scharfen und leicht bitteren Geschmack der grünen Olive schätzen gelernt hat, der erkennt diesen Geschmack auch in einem guten und hochwertigen Olivenöl wieder.
Eine leichte Schärfe des Olivenöls kann übrigens von der im hochwertigen Olivenöl befindlichen Substanz Oleocanthal ausgelöst werden. Forscher haben herausgefunden, dass dieses Substanz sowohl durchblutungsfördernd wie auch entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken kann. Also ein weiterer Pluspunkt, um sich für hochwertiges Olivenöl zu entscheiden.